Kennst du das? Ein Kunde schickt eine Anfrage über dein Serviceportal – und dann? Funkstille. Nicht, weil dein Team untätig ist, sondern weil der Kunde schlicht nicht sieht, was im Hintergrund passiert. Die Anfrage durchläuft intern vielleicht fünf verschiedene Status, wird genehmigt, weitergeleitet, bearbeitet – aber auf der Kundenseite steht nur „In Bearbeitung".

Das Ergebnis: Rückfragen. Unzufriedenheit. Und ein Supportteam, das Zeit damit verbringt, den Status zu erklären, statt Probleme zu lösen.

Genau hier setzt das Feature Request Steps in Jira Service Management (JSM) an.

Was sind Request Steps?

Request Steps sind eine Abstraktionsschicht zwischen euren internen Workflow-Status und dem, was der Kunde im Portal sieht. Statt jeden einzelnen Status eures Jira-Workflows auf das Kundenportal durchzureichen, fasst ihr zusammengehörige Status zu verständlichen Schritten zusammen.

Ein Beispiel: Euer interner Workflow für „Systemzugang beantragen" hat vielleicht diese Status:

Für den Kunden wird daraus ein klarer, dreistufiger Fortschrittsbalken:

  1. Anfrage eingereicht – „Wir haben deine Anfrage erhalten."
  2. Genehmigungsprozess – „Deine Anfrage wird geprüft und freigegeben."
  3. Zugang eingerichtet – „Fertig, du kannst loslegen."

Der Kunde sieht jederzeit, in welchem Schritt seine Anfrage steckt – ohne mit internen Begriffen oder Jira-Jargon konfrontiert zu werden.

Warum ist das wichtig?

1. Weniger Rückfragen, mehr Kapazität

Wenn Kunden den Status ihrer Anfrage selbst nachvollziehen können, sinkt die Anzahl der „Wo steht meine Anfrage?"-Nachrichten drastisch. Dein Team gewinnt Zeit für die tatsächliche Bearbeitung.

2. Professioneller Auftritt

Ein strukturierter Fortschrittsbalken im Portal signalisiert: Hier wird professionell gearbeitet. Das gilt nicht nur für externe Kunden, sondern auch für interne Stakeholder – etwa wenn HR, Finance oder Facility Management über JSM Services anbieten.

3. Komplexität intern behalten

Euer Workflow kann intern so komplex sein, wie er sein muss – mit Genehmigungsschleifen, Parallelschritten und Eskalationen. Der Kunde bekommt davon nur das mit, was für ihn relevant ist: den Fortschritt.

4. Individuelle Kommunikation pro Schritt

Zu jedem Request Step könnt ihr einen Titel und eine kurze Beschreibung hinterlegen. So erklärt sich der Prozess von selbst. Statt „Waiting for Approval" liest der Kunde: „Deine Anfrage wird aktuell von der zuständigen Abteilung geprüft. Du wirst benachrichtigt, sobald die Freigabe erteilt wurde."

So richtest du Request Steps ein

Die Konfiguration erfolgt direkt in den Projekteinstellungen deines JSM-Projekts:

  1. Navigiere zu den Request Types deines Serviceprojekts.
  2. Wähle den gewünschten Anfragetyp aus (z. B. „Systemzugang beantragen").
  3. Öffne den Bereich Request Steps.
  4. Erstelle Schritte und ordne jedem Schritt die passenden Workflow-Status zu.
  5. Vergib Titel und Beschreibungen, die für den Kunden verständlich sind.
  6. Prüfe, ob alle Status zugeordnet sind – nicht zugeordnete Status erscheinen unter „Unmapped Statuses" und sollten bewusst behandelt werden (z. B. „Canceled").

Weniger ist mehr. Drei bis fünf Schritte reichen in den meisten Fällen aus. Zu viele Schritte verwirren mehr, als sie helfen.

Praxisbeispiel: IT-Systemzugang beantragen

Stellen wir uns vor, Kate Pawlak beantragt über das Serviceportal erweiterten Zugang zu AWS S3. Was sie im Portal sieht:

Schritt 1 – Anfrage eingereicht
Abgeschlossen

Schritt 2 – Genehmigungsprozess 🔄
Aktiv – „Deine Anfrage wird aktuell von der zuständigen Stelle geprüft und freigegeben."

Schritt 3 – Zugang eingerichtet
Ausstehend

Im Hintergrund durchläuft das Ticket währenddessen die Status „Waiting for Approval" → „Second Review" → „Waiting for Support" – aber Kate muss sich damit nicht beschäftigen. Sie sieht: Es ist im Genehmigungsprozess. Punkt.

Wann lohnt sich die Konfiguration?

Request Steps sind besonders wertvoll, wenn:

Best Practices aus unseren Projekten

Aus der Arbeit mit unseren Kunden haben sich einige Muster bewährt:

Fazit: Kleine Konfiguration, große Wirkung

Request Steps sind kein aufwändiges Projekt. Die Einrichtung dauert pro Anfragetyp wenige Minuten. Aber die Wirkung ist enorm: Eure Kunden fühlen sich informiert, euer Team wird entlastet, und euer Serviceportal wirkt professionell und durchdacht.

Gerade wenn ihr JSM nicht nur für IT, sondern auch für HR, Finance, Legal oder Facility Management nutzt, sind Request Steps ein schneller Weg, die Nutzererfahrung spürbar zu verbessern – ohne an den internen Prozessen etwas ändern zu müssen.

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